Außergewöhnliches Projekt im Rahmen eines breiten bürgerschaftlichen Engagements

Der Förderverein des Museums Wilhelm Morgner e. V. hatte sich darum bemüht, bei einer Auktion am 15. Juli 2021 in München das Gemälde „Blauer Junge mit Sense“ von Wilhelm Morgner aus dem Jahr 1911 zu ersteigern, um es dem Museum Wilhelm Morgner in Soest als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen.

Als siebte Position der Auktion – gleich nach einem Werk Renoirs – wurde die Arbeit von Wilhelm Morgner aufgerufen. Es nahmen etwa zehn Parteien an der Versteigerung teil, per Internet, per Telefon und auch im Saal, darunter auch zwei Vorstandsmitglieder des Fördervereins.

Letztlich wurde das Werk für 225.000 € sinschließlich Aufgeld versteigert. Leider reichten unsere Mittel aus Spenden und Zusagen nicht aus, daher ging das Werk in andere uns unbekannte Hände.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen privaten und institutionellen Spendern sowie denjenigen, die eine Spendenzusage im Falle eines Kaufes des Gemäldes gemacht haben, für Ihre großzügige Unterstützung. Das war ein überragendes Beispiel für ein breites bürgerschaftliches Engagement – vielen Dank dafür.

Die beiden Vorstandsmitglieder des Fördervereins kamen jedoch nicht mit leeren Händen aus München zurück, denn es ist gelungen, eine selten Fassung des kolorierten Holzschnittes “Tierdresseur” sowie ein Exemplar des Holzschnittes “2 Pharisäer” von Wilhelm Morgner zu ersteigern. Am 29. August 2021 hat der Förderverein diese Arbeiten dem Museum Wilhelm Morgner als Dauerleihgabe übergeben.

Ausstellung im Museum Wilhelm Morgner

Vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit
Wilhelm Morgner und die Soester Kunstavantgarde 1918-1934

Wilhelm Morgner, der 1917 fiel, wurde zunächst von seinen Soester Mitbürgern als skurriler Außenseiter betrachtet, mit dessen Kunst man nichts anfangen konnte. Doch die Situation änderte sich grundlegend nach 1918. In diesem Jahr gab es in Soest eine erste Ausstellung über den in den letzten Kriegstagen gefallenen Maler Franz Nölken. Weitere Ausstellungen mit Werken von Wilhelm Morgner, Eberhard Viegener, Wilhelm Wulff und Arnold Topp sollten folgen. 1919 wurde Soest in einem Zeitungsartikel als „Wiege neuer Kunst“ bezeichnet.

Die Ausstellung, die bis zum 28. November 2021 im Museum Wilhelm Morgner gezeigt wird, beleuchtet die Geschichte Soests als Kunststadt und ihre außergewöhnliche Ausstellungstätigkeit in den Jahren von 1918 bis 1934. Sie zeigt ca. 200 Gemälde, Grafiken sowie Skulpturen von Otto Modersohn, Christian Rohlfs, Emil Nolde, Franz Nölken, Wilhelm Morgner, Arnold Topp, Eberhard und Fritz Viegener, Wilhelm Wulff, Hermann Kätelhön, Josef Albert Beckert, Walter Schöttler, Hedwig Maria Ley sowie erstmals in Soest Johannes Molzahn.

» Museum Wilhelm Morgner

Wilhelm Morgner | Tierdresseur | Holzschnitt | 1912 | erworben 2021

Förderverein Museum Wilhelm Morgner